Wie man auf Auslandsreisen eine positive Einstellung behält

Vor einer grösseren Reise explodieren meine Gefühle bis ins Unendliche:
Eine Mischung aus Vorfreude, Nervosität, eine ungebändigte Euphorie und Lust auf Abenteuer in der Ferne. Ich habe die Schnauze meist voll von allem, was sich in meinem Leben abspielt: die Arbeit, das Wetter, der Arbeitsalltag, ja, sogar das Training. Kurz: ich brauche jetzt dringend, sehr dringend einen Tapetenwechsel fernab von Allem und Allen. Bali ist und war nicht meine Traumdestination Nummer 1. Doch ich wusste schon vor der Reiseplanung, dass ich die «Insel der Götter» so oder so mal besucht haben möchte. Der Zeitpunkt im September 2018 schien perfekt; Bali ist eine nicht allzu teure Destination im Vergleich zu weiteren Urlaubsorten. Dennoch ist sie abseits von Europa und bringt uns in ein tropisches, uns noch relativ unbekanntes, Terrain. Der Flug sowie die drei Unterkünfte kosteten uns nur eine kleine Stange Geld. Das Essen war lecker und je nach Wahl auch sehr günstig. Doch weg von diesen Daten und Fakten! Mein Blog soll sich nicht darum drehen, was wir in Bali gemacht haben, was sich lohnt und was nicht. Dafür können Reviews und weitere Erfahrungen im Internet recherchiert werden. Ich möchte euch gerne mehr über das «Mindset» während dem Reisen – inklusive Erfahrungswerte Bali – im Allgemeinen erzählen.

Erwartungen, aufgrund von Social Media
Genau in solchen Momenten, in denen ihr euch einen Tapetenwechsel wünscht, scheint alles viel besser und schöner zu sein. Ich erwische mich selbst, wie ich ins Träumen versinke, während ich Instagram Posts schöner Urlaubsorte durchscrolle. Die Erwartung eines Landes oder einer Stadt steigt dadurch enorm! Doch die wenigsten sind sich bewusst, dass (wie viele oder vieles andere in den sozialen Medien) Fake ist – sei es Photoshop, Standard Bildbearbeitung oder andere Aspekte. Im realen Leben wimmelt es meist von Touristen jeglicher Nationalitäten. Ein schönes Foto inmitten von aufmerksamen sowohl als auch weniger aufmerksamen Menschen zu knipsen, ist kaum möglich. Ich selbst wurde sehr liberal und weltoffen erzogen. Dennoch ist es in gewissen Situationen nicht immer einfach, kulturelle Unterschiede und Verhaltensformen nachzuvollziehen.

Kulturelle Unterschiede
Auf Bali wollten uns die Balinesen öfters ausnehmen; im Taxi, bei touristischen Sehenswürdigkeiten oder sogar mal in einem Kleidergeschäft. Bis zu einem gewissen Grad verständlich; wir sind Touristen und kommen in ihr Land. Je touristischer eine Gegend, desto mehr solcher Geschehnisse. Zudem bin ich mir das Verhandeln beim Kauf gewohnt, da ich schon ziemlich um die Welt kam (zB. Thailand). Doch zugegebenermassen war es irgendwann einfach nur noch nervig.

Des Weiteren gewöhnungsbedürftig waren die täglichen Opfergaben; auf Bali ist ein Grossteil der Bevölkerung Hindu. In der Religion des Hinduismus werden mehrmals täglich Opfergaben verteilt. Auf den Strassen, im Hotel oder wo auch immer wimmelte es von kleinen, süssen Blumen»körbchen», die mit einem Räucherstäbchen versetzt wurden. Ihr könnt euch vorstellen, wie schön es einerseits war. Andererseits führte der Duft der Stäbchen bei mir irgendwann zu Kopfschmerzen und war nicht immer situativ (zB. Während dem Essen). Damit möchte ich euch mitteilen, dass viele Dinge nicht negativ, aber vorerst gewöhnungsbedürftig, sind. Es kann auch sein, dass euch irgendwas gar nicht zuspricht. Deswegen ist es umso wichtiger, fremde Kulturen, Religionen, Nationalitäten und Gewohnheiten zu respektieren. Auch in Situationen, in denen es schwerer erscheint.

Bali Belly
In Bali erfuhr ich, wie es ist, den berühmt berüchtigten «Bali Belly» zu haben. Bali Belly ist eine Art Reisedurchfall – eklig, ich weiss. Doch gemäss weiteren Touristen und Recherchen muss sich jeder Reisende auf diese Art von Krankheit gefasst machen. Angeblich sollte es jeden mindestens einmal erwischen – auch mich, die praktisch nie damit zu kämpfen hat. Krank zu sein oder sich unwohl zu fühlen, ist im Ausland nur noch unangenehmer. «Gibt es ein Spital in der Nähe?», «Wird es auch hygienisch genug sein?» «Was ist, wenn es schlimmer wird?» Das sind Fragen, die einem durch den Kopf gehen, wenn sich Fieber und Gliederschmerzen bemerkbar machen. Und nein, ich bin eigentlich alles andere als ein Hypochonder. Zum Glück war ich nicht alleine und hatte bereits jegliche Medikamente in meiner Reisetasche. Dennoch gibt es öfters Alleinreisende, denen ich empfehle: packt eure Medikamente ein, bewahrt Ruhe und habt keine Angst, Fremde um Hilfe zu bitten. Nach ein paar Tagen ist das Schlimmste vorüber und nach einer kleinen Ruhephase können wieder Berge erklommen werden.

Umgang, wenn uns das Positive verlässt
Bali ist wunderbar; wir sind in eine neue Kultur eingetaucht, haben interessante Ortschaften besucht und das leckere asiatische Essen genossen. Bali ist grundsätzlich nicht bekannt für bezaubernde Strände (was sich viele Reisende erhoffen)! Dafür müsst ihr schon auf die Malediven oder in die Seychellen fliegen. Dennoch gibt es an diversen Stränden tolle Parties und Surfspots. Mir persönlich war Bali zu spirituell und religiös angehaucht. Da ich kein Yogi oder Yoga Fan bin, konnte ich mich mit dieser speziellen Atmosphäre nicht wirklich anfreunden. Wie soll ich das am besten erklären… Nun ja, es gibt Aufenthaltsorte, mit denen wir uns sofort verbunden fühlen. Bei mir beispielsweise waren es unter anderem Japan, London und NYC. Auf Bali brauchte ich eine Weile, bis ich mich gefunden hatte. Genau erklären kann ich euch dies nicht – es ist ein Gefühl. Ja, auch an den schönsten Orten haben wir manchmal zu kämpfen. Sei es aufgrund von den oben genannten Punkten, weil wir jemanden vermissen oder weil wir einfach doch merken, wie schön das eigene Leben (und Bett!) ist. «Mindset» ist für mich ein Wort der eigenen Einstellung. Wir sind für unser Denken, Handeln und unser Wohlbefinden – zum grössten Teil – verantwortlich. In negativen Momenten oder Situationen rufe ich mir ständig ins Gedächtnis, dass Reisen ein Privileg ist. Reisen kann sich nicht jede/r leisten. Dies muss uns absolut bewusst sein. Und falls notwendig, stets in Erinnerung gerufen werden. Es ist enorm wichtig, dass wir unser aktuelles Leben mit allen Höhen und Tiefen schätzen lernen. Schätzen, was wir uns erschafft haben und besitzen. So kehren wir gerne wieder zurück in unser Heim und planen nach einer Weile die nächste Reise ins Unbekannte.

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